Filmanalysen

Geschichten werden uns heutzutage in einer noch nie dagewesenen Vielfalt angeboten. In manchen Familien gibt es noch die traditionelle Version, bei der Eltern und Großeltern die Geschichten ihren Kindern und Enkeln erzählen. Man kann ins Theater gehen, in die Oper, in die Buchhandlung, die Bücherei. Man kann sich Geschichten inzwischen  vorlesen lassen, oder sie in beeindruckenden Computerspielen selbst durchleben. Oder man kann Geschichten in Form von Filmen oder Serien konsumieren.

Insbesondere Filme sind eine sehr zeiteffiziente Form, Geschichten auf packende Weise zu erleben, denn anders als Serien sind sie in der Regel nach etwas über eineinhalb bis zwei Stunden vorbei. In Ausnahmen nach drei. Das bedeutet, dass man innerhalb kürzester Zeit einen Handlungsstrang beobachten kann, bei dem eine Figur oder eine Reihe von Figuren einen Missstand in der Welt der Geschichte berichtigt und dabei selbst als Person deutlich wächst. Wenn der Film gut gemacht ist, sind diese Figuren sympathisch und spannend genug, damit man sich als Zuseher in sie einfühlen kann und ihre Reise auf empathische Weise miterlebt. Mitlernt. Und sich inspirieren lässt.

Aber natürlich ist nicht jeder Film für jeden Zweck und jeden Menschen geeignet. Daher habe ich in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Filmen im Detail analysiert, um auch wirklich den richtigen für Sie und Ihre Anliegen parat zu haben. Und um Sie dann fundiert durch diesen Film zu führen, ihn mit Ihnen zu besprechen und um herauszufinden, was Sie sich alles aus diesem Film mitnehmen können. Sie werden überrascht sein.

Analysierte Filme

Handlung

Max Skinner ist ein abgebrühter, skrupelloser Londoner Börsenmakler. Seine Untergebenen bezeichnet er als „Laborratten“, seinem Protegé gegenüber tituliert er sich als „Boss und genetischer Überlegener“. Nach einem Geniestreich, der ans illegale grenzte und seiner Firma enorme Gewinne bescherte, ereilt ihn eine verheißungsvolle Nachricht: Sein Onkel Henry ist gestorben. Max sei der einzig bekannte Erbe für das Weingut in der Provence, in dem er die beste Zeit seiner Kindheit verbracht hatte.

Gelddruckmaschine, die Max ist, macht er sich auf, das Weingut zu besichtigen und zu verkaufen. Doch als er dort ankommt, trifft er nicht nur auf Schwierigkeiten über Schwierigkeiten, er entdeckt auch nach und nach den Charme der Weingegend und des entschleunigten Lebens dort. Mehr noch: Er entdeckt einen alten Teil seiner selbst, den er vor langer Zeit verloren hat.

Warum „A Good Year“?

„Max Skinner weiß nicht, was Ferien sind, Max Skinner kennt keine Wochenenden, Max Skinner verdient Geld.“, so wird Max von seinem einzigen Freund beschrieben. Dieses Verhalten scheint in der Welt gerade ein Trend zu sein. Immer mehr arbeiten, immer mehr Geld verdienen – aber wozu eigentlich?

„A Good Year“ ist ein wunderschöner, humorvoller Film, der hervorragend dazu inspirieren kann, den Blick wieder auf die schönen Dinge im Leben zu lenken.

Handlung

Teheran, November 1979. Schah Reza Pahlavi hatte unter westlicher Schirmherrschaft sein Volk über zwei Jahrzehnte lang unterdrückt und ausgeblutet. Nach seinem Sturz floh er in die USA. Nun richtet sich der Zorn der iranischen Revolutionäre gegen die Amerikaner selbst. Sie stürmen die US-Botschaft in Teheran und nehmen 52 Botschaftsmitarbeiter als Geiseln, um die Auslieferung des Schahs zu erwirken. Nur sechs Amerikanern gelingt die Flucht. Doch damit sitzen sie immer noch ohne unmittelbaren Ausweg in der iranischen Hauptstadt fest. Bei einer Ergreifung droht ihnen sogar der Tod.

Während sie sich im Haus des kanadischen Botschafters verstecken und jeden Tag ihre Entdeckung befürchten müssen, arbeitet in den USA der Befreiungsexperte der CIA Tony Mendez an einem tollkühnen Plan zu ihrer Rettung. Als Deckmantel dafür soll ein fingiertes, kanadisches Science Fiction Filmprojekt namens Argo herhalten.

Warum „Argo“?

Argo ist ein spannender und bis zu einem gewissen Grad sogar unterhaltsamer Film, der auf einem realen Ereignis beruht. Einem Ereignis, bei dem der US-Geheimdienst, Hollywood und die kanadische Regierung zusammenarbeiteten, um sechs unschuldige Menschen davor zu retten, Opfer einer Revolution zu werden. Es geht darum, wie aus dem Bedarf für eine Lösung eine kreative Idee wächst, welche dann konsequent von Mendez und seinen Freunden in Hollywood geplant wird. Bei der sich die zentralen Akteure auf Augenhöhe begegnen und ihre Ideen, so weit einbringen, dass die Tarnung „Filmprojekt Argo“ hieb- und stichfest wird. Und es geht darum, wie engagiert letztlich alle Beteiligten bei der Umsetzung des Plans sind: Von den Geheimdienst-Mitarbeitern, die sich in der Heimat gegen Politik durchsetzen müssen, über Hollywood-Leute, die das Büro besetzen, bis hin zu den sechs Botschaftsmitarbeitern, um deren Leben es schließlich geht.

Handlung

Dan Mulligan ist ein abgehalfterter Musikproduzent, der seit sieben Jahren keinen Künstler mehr unter Vertrag genommen hat und in einer versifften, kleinen Wohnung haust, getrennt von seiner Frau und seiner Teenager-Tochter Violet.

Als er in Beisein seiner Tochter seinen Job bei einem von ihm mitgegründeten Musiklabel verliert, bricht für ihn der letzte, noch heile Teil seines Lebens zusammen. Deprimiert und mit der Absicht, sich ordentlich zu betrinken und dann vor eine U-Bahn zu werfen, kommt er in eine kleine Bar, als eine junge, englische Musikerin auf die Bühne gezerrt wird. Ihr Song schafft etwas, das Dan schon lange nicht mehr passiert ist: Er spürt die Magie der Musik wieder.

Bei der Engländerin handelt es sich um Gretta, die ebenfalls eine schwere Zeit durchmacht. Einige Monate zuvor war sie mit ihrem Freund David Kohl nach New York gekommen. Während seine Karriere als Pop-Musiker so richtig in Schwung gerät, begnügt sie sich damit, ihn zu unterstützen und Songs für ihn zu schreiben. Nach ein paar Monaten betrügt er sie jedoch mit einer Angestellten seines Labels. Von da an wohnt die am Boden zerstörte Gretta bei Steve, einem guten Freund aus Bristol, der sich als Straßenmusiker verdingt. Bis er sie eines Abends in einer Bar auf die Bühne zerrt, um einen ihrer Songs zu spielen und einen abgehalfterten Musikproduzenten im Publikum zu verzaubern.

Gemeinsam beschließen die beiden, trotz auf eigene Faust und nur mit einem kleinen Budget ein Album quer über New York verteilt aufzuzeichnen. Ein Projekt, das beiden damit hilft, ihre Dämonen zu überwinden und ihr Leben auf die Reihe zu kriegen.

Warum „Begin Again“?

Begin Again ist ein witziger, liebenswerter Film, in dem eine ganze Reihe von Menschen eine Wandlung durchmacht, fort von einem Leben, in dem sie sich selbst verloren haben, hin zu einem Leben, in dem sie machen, was ihnen Freude macht und wo sie sich selbst treu bleiben. Es ist ein Film, an dem man sich mit guter Laune satt trinken kann. Hinzu kommt, dass man sich hinterher die Songs des Films weiter anhören und die Reise und die Erkenntnisse der einzelnen Figuren auf die Art ins eigene Leben mitnehmen kann.

Handlung

Pierre Dulaine ist Tanzlehrer mit Leib und Seele. Eines
Abends wird er Zeuge davon, wie ein junger Schwarzer mit einem Golfschläger auf ein Auto eindrischt. Nicht irgendjemandes Auto, sondern das Auto der Direktorin einer öffentlichen New Yorker High-School.

Während eines Besuchs bei besagter Schuldirektorin fasst
Pierre den Entschluss, dass er helfen will, dass er helfen kann. Doch nicht, indem er Nachhilfe in einem Unterrichtsfach gibt, sondern indem er den Schülern das beibringt, was er kann, was er liebt, was er lebt: Gesellschaftstanz. Und die damit verbundenen Regeln.

Zunächst wird er nicht ernst genommen, die Direktorin teilt
ihn den Schülern zu, die wegen Missetaten den Rest des Schuljahres nachsitzen müssen. Doch trotz allen Widerstands schafft Pierre es, Schüler und Direktorin auf eine Reise des Wachstums mitzunehmen, auf eine Heldenreise.

Warum „Dance!“?

Dieser Film ist ein unheimlich mitreißender und witziger
Film, der es schafft, dass in seinen anderthalb Stunden nicht nur ein Veränderungsprozess stattfindet, nicht zwei oder drei, sondern dass ein ganzes Team von Grund auf verändert wird. Ich bin überzeugt, dass er auf die eine oder andere Art auf den Zuseher abfärben und die Lust wecken wird, das eine oder andere Gesehene selbst auszuprobieren.

Zudem ist die Handlung des Films durch den realen Pierre
Dulaine inspiriert, dessen Projekt „Dancing Classrooms“ 2006 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films auf 42 Lehrer und über 12.000 Schüler in 120 New Yorker Schulen angewachsen ist und weiter expandierte.

Handlung

Wie überall wütet die Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre auch in Savannah, Georgia. Um den Golfplatz ihres Vaters nicht verkaufen zu müssen, will Adele Invergordon ein Schauturnier veranstalten, um mehr Besucher anzulocken. Mitspielen sollen dabei die zwei Profis Bobby Jones und Walter Hagen – und der gefallene Held der Stadt Rannulph Junuh. Dieser war einst ein aufsteigender Stern des Golfsports, zog dann aber in den ersten Weltkrieg und wurde dort schwer traumatisiert.

Eigentlich will er mit dem ganzen nichts mehr zu tun haben, aber er lässt sich breit schlagen. So stellt er sich mit der Hilfe des jungen Hardy Greaves und des Caddys Bagger Vance nicht nur einem Golfturnier, sondern auch den Dämonen seiner Vergangenheit.

Warum „Die Legende von Bagger Vance“?

„Auf der ganzen weiten Welt gibt es keinen Menschen, der nicht sein Päckchen zu tragen hat, da sind Sie nicht allein. Bloß Sie haben Ihres jetzt lang genug getragen. Legen Sie’s ab. Fangen Sie neu an.“

Viele Menschen kennen diese Art Situation, wenn das Leben einen an einen Punkt gebracht hat, an dem man am Abgrund steht (sprichwörtlich oder manchmal gar im wahrsten Sinn) und man weder vor noch zurück kann. Momente der Verzweiflung. Momente, aus denen man ohne Hilfe kaum noch alleine herausfindet. Momente, in denen man die Hilfe eines Außenstehenden braucht, eines Mentors, eines Coachs.

Momente wie diesen behandelt „Die Legende von Bagger Vance“, jedoch nicht in blutigem Schlachtgetümmel, in Kämpfen oder mit übertriebenem Epos. Sondern auf einem – für den Zuschauer – relativ harmlosen Golfplatz.

Handlung

Colin Briggs sitzt seit 15 Jahren im Gefängnis, denn er hat
etwas Schreckliches getan. Er hat im Alter von 18 Jahren im Suff seinen kleinen Bruder tot geprügelt, nachdem Colin ihn mit seiner Freundin erwischt hat. Doch die Haft ist nicht das Schlimmste, sondern damit leben zu müssen, was er getan hat. Er wurde teilnahmslos und distanziert. Zu Mithäftlingen, zum Leben im
Großen und Ganzen und auch zu sich selbst. Gegen Ende seiner Haftstrafe wird er in den offenen Vollzug in Edgefield verlegt. Zunächst fährt er die gewohnte Schiene – bis er eines Frühlingstages die Veilchen sieht, für die sein Zimmerkumpel, der alte Fergus, ihm die Samen zu Weihnachten geschenkt hatte.

An diesem Tag wird er Gärtner mit Leib und Seele. Und gemeinsam mit seinen Pflanzen wachsen und gedeihen sowohl er, als auch seine Mithäftlinge.

Warum „Greenfingers“?

Greenfingers handelt von zwei Dingen: Zum einen davon, welchen Vorurteilen Sträflinge und ehemalige Sträflinge ausgesetzt sind und wie sehr sie selbst und ihr Umfeld davon profitieren können, wenn man über diese Vorurteile einmal hinweg sieht und sich in Erinnerung ruft, dass man es einfach nur mit Menschen zu tun hat.

Zum anderen handelt der Film von einem Projekt. Davon, wie es geboren wird, wie es Gestalt annimmt, wie es auf Schwierigkeiten stößt und diese schließlich überwindet.

Handlung

Die Football-Profispieler der National Football League
streiken, um die Beschränkung ihrer Gehälter aufzuheben. Viele Teambesitzer setzen auf Ersatzspieler. So betreut der Besitzer der Washington Sentinels den in Ungnade gefallenen Coach Jimmy McGinty (Gene Hackman), ein Team aufzubauen.
McGinty geht dabei einen recht ungewöhnlichen Weg, indem er neben anderen Football-Exilanten wie etwa dem ehemaligen College-League-Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves) auf Spieler der etwas anderen Art setzt. Falco sieht sich mit der Aufgabe konfrontiert, das Vertrauen eines Teams zu gewinnen, das aus tatsächlichen Bodyguards, einem Taubstummen, einem Sumo Ringer, einem Fußballer, einem Ex-Marine und sogar einem Sträfling besteht.

Mit der Zeit und nach einigen Pannen schaffen es die
einzelnen Spieler, sich auf einander einzulassen und sogar Freundschaften zu schließen. Mehr noch: Zwar ist ihnen das Gewinnen immer noch wichtig, aber im Vordergrund stehen für dieses Ersatzteam die Freude am Football und – mit McGintys Worten – Team Play mit Herz.

Warum „Helden aus der zweiten Reihe“?

„Helden aus der zweiten Reihe“ handelt von einem ganzen Team von Menschen, die in ihrem Leben auf die eine oder andere Art Pech hatten und die nun eine zweite Chance bekommen. Dabei unterscheiden sie sich am meisten darin von den streikenden Profis, dass sie nicht wegen des Geldes oder aus Egogründen heraus spielen, sondern aus Spaß am Spiel und darin, dass sie gemeinsam als Team bestehen.

Der Film und sein Soundtrack haben mich bereits ein paar Mal in meinem Leben mit dem nötigen Mix Dynamik und Motivation versorgt und im Endeffekt dazu beigetragen, dass ich kritische Prüfungen erfolgreich hinter mich bringen konnte. Darüber hinaus bietet er eine Vielzahl an Charakteren, mit denen man sich identifizieren kann. An deren Weg zu einem gut funktionierendem, wertschätzendem und sogar freundschaftlichem Team man teilhaben kann.

Handlung

Südafrika, 1994. Nelson Mandela gewinnt vier Jahre nach seiner Entlassung von Robben Island die Präsidentschaftswahlen. Die Meinungen darüber sind gespalten – von den Schwarzen wird er geliebt, die Weißen misstrauen ihm, fürchten Rache für die Apartheid. Eines von Mandelas wichtigsten Zielen ist es, die Kluft zwischen weißer Minderheit und schwarzer Mehrheit zu überwinden und die Wunden, die die Apartheid in den Seelen der Bevölkerung hinterlassen hat. Dazu bedient er sich der vom Misserfolg gepeinigten Rugby-Nationalmannschaft Springboks, zu diesem Zeitpunkt noch Symbol der weißen Herrschaft und den Schwarzen ein Dorn im Auge. Mandela verhindert, dass die Mannschaft vollkommen umgestaltet und damit den Weißen entrissen wird und gibt dem Teamkapitän François Pienaar den Auftrag: Gewinnt die Weltmeisterschaft.

Neben einem rigorosen Trainingsprogramm kommen die Springboks auch intensiv in Kontakt mit ärmeren, schwarzen Schichten der Bevölkerung, bringen einer Schar Kinder Rugby näher und besuchen Mandelas alte Zelle auf Robben Island. Mit ihren ersten Siegen in der WM gewinnen François und seine Mannschaft auch mehr und mehr die Herzen der südafrikanischen Bevölkerung, bis beim Finalspiel gegen die Neuseeländer All Blacks die Straßen leer sind. Wer nicht im Stadion ist, verfolgt das Spiel im Fernsehen.

Warum Invictus?

Der Film dreht sich um Wachstum durch Inspiration. Mandela inspiriert die Springboks zur Größe, inspiriert seine verschiedenfarbigen Leibwächter zur Vergebung und inspiriert sein Land zur Einheit. Durch die Springboks geht diese Inspiration auf andere über: Auf ihre Familien, auf die Leibwächter, auf die gesamte Bevölkerung Südafrikas. Am Ende jubeln alle, gleich welcher Hautfarbe – zusammen. Die zentralen Themen des Films sind jedoch Verbrüderung und die damit verbundene Vergebung.

Handlung

 „Lachsfischen im Jemen“ ist einer jener Filme, in denen der Name den Inhalt kurz und treffen zusammenfasst. Der recht zugeknöpfte Fischerei-Experte Alfred Jones wird eines Tages jäh aus dem Arbeitsalltag gerissen, durch die absurde Projektidee eines reichen Scheichs, Lachse zum Fischen im Jemen anzusiedeln. Da das Vereinigte Königreich gerade wegen des Afghanistankriegs mit überwiegend schlechter Presse herumzuschlagen hat, stürzt sich die Pressesprecherin des Premiers Patricia Maxwell sofort auf das Lachsprojekt. Mit nur einem Anruf schafft sie es, den sich zierenden Dr. Jones zur Mitarbeit an dem Projekt zu beteiligen.

Nachdem er sich anfangs ziert, schaffen es der Scheich und seine für das Projekt zuständige Anlageberaterin Harriet Chetwode-Talbot immer mehr, Fred für ihre Sache zu begeistern. Gemeinsam schafft es das ungewöhnliche Trio, diese scheinbar so verrückte Idee in die Tat umzusetzen und dabei nicht nur britische und jemenitische Vorurteile zu durchbrechen, sondern auch ihr eigenes Leben positiv zu verändern.

Warum „Lachsfischen im Jemen“?

Weil es in dem Film um ein Projekt geht, das zwar auf den ersten Blick vollkommen absurd ist, das sich aber sowohl für den Scheich als auch seinen neuen Projektleiter „Fred“ Jones um ihrer beider Leidenschaft dreht: Angeln. Es ist kein Film, in dem ein böses Imperium aufgehalten oder ein unsympathischer Casinobesitzer ausgeraubt werden muss. Nein, es geht einzig und allein darum, etwas Positives zu schaffen, es mit Herz und einer gesunden Portion Humor zu schaffen und gemeinsam mit dem eigenen Projekt zu wachsen.

Handlung

2020, Kämpfe großer Boxer wie Muhammad Ali und George Foreman gehören der Vergangenheit an. Stattdessen reißen sich nun riesenhafte, ferngesteuerte Roboter im Boxring in Stücke. Der Film dreht sich um den ex-Boxer Charlie Kenton, der sich regelmäßig an waghalsigen Deals übernimmt, dabei seine Roboter zu Schrott verwandelt und der bis über beide Ohren bei Schlägern verschuldet ist.

Nach einem weiteren missglückten Kampf ereilt ihn eine lebensverändernde Nachricht: Seine Ex-Freundin ist gestorben, ihr gemeinsamer Sohn Max braucht einen neuen Vormund.

Im Lauf des Films finden Charlie und Max immer mehr zueinander und vor allem Charlie findet wieder, was ihm vor langer Zeit verloren gegangen ist: Die Freude am Boxen.

Warum „Real Steel“?

In Real Steel geht es um einen Mann, der gleich zwei große Veränderungen durchmacht: Charlie entwickelt im Lauf des Films eine liebevolle Beziehung zu seinem Sohn Max und findet gleichzeitig wieder Spaß an dem, womit er sein Geld verdient. Der Film schafft es, einen auf diese Reise mitzunehmen. Ob dies eine schauspielerische Leistung ist, gutes Storytelling, die brilliante Filmmusik oder eine Kombination von mehreren Elementen, sei jedem selbst überlassen.

Mich persönlich hat der Film wegen seiner aufputschenden Wirkung überzeugt, die er auch nach dem zehnten Mal ansehen nicht verliert. Es gibt Filme, nach denen man ins Bett gehen kann und gut einschläft. Und es gibt Filme, nach denen will man sich bewegen, ein Projekt angehen, etwas im Leben weiterbringen. Real Steel ist letzteres.

Handlung

Shrek ist ein Oger, der in einem gemütlichen Heim in einem
Sumpf haust und einfach nur seine Ruhe will. Gelegentlich muss er Lynchmobs vertreiben, aber ansonsten lebt er seinen Traum. Bis er einem sprechenden Esel das Leben rettet, der ihm nicht mehr von der Seite weichen will. Schlimmer:
Lord Farquaad straft die Rettung, indem er andere Fabelwesen in den Sumpf abschiebt. Damit Shrek wieder seine Ruhe bekommt, sucht er Farquaad auf und stimmt zu, Prinzessin Fiona aus einer Burg zu retten, die von einem Drachen bewacht wird. Je näher er der Erfüllung seiner Aufgabe kommt, umso mehr wird ihm klar, dass es etwas noch viel Schöneres gibt, als seine Ruhe zu haben.

Warum „Shrek“?

Shrek ist ein unterhaltsamer Film, an dem man sich hervorragend das Konzept von Christopher Voglers Heldenreise veranschaulichen kann, genau wie John Trubys Konzept von Need- und Desire-Lines. Letztere besagt, dass die Dinge, nach denen eine Figur strebt, nicht zwingend das ist, was die Figur braucht.

Die Reise des Helden ist ein langjähriges Erfolgsrezept der Traumfabrik Hollywood. Ursprünglich entwickelt von Joseph Campbell, nach sorgfältiger Analyse unzähliger Geschichten, Mythen und Epen der Menschheitsgeschichte und unter Zuhilfenahme von C.G. Jungs Archetypen der menschlichen Psychologie. (Siehe „Der Heros in 1000 Gestalten“) Später nahm Christopher Vogler Campbells Arbeit und raffinierte sie noch einmal mit besonderem Augenmerk auf die Anwendbarkeit für das Schreiben von Drehbüchern. (Siehe „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“)

Ob bewusst oder unbewusst, Campbell und Vogler fingen damit auch eine Struktur ein, nach der Veränderung und menschliches Wachstum stattfindet. Ich bin der festen Überzeugung, dass Coaches und Lebensberater enorm von diesem Konzept profitieren können, nicht nur um sich selbst orientieren zu können, sondern auch um dem Coachee eine Landkarte seines Prozesses bieten zu können.

Zweck dieser Filmanalyse ist es, anhand eines lustigen und relativ anspruchslosen Films die Heldenreise zu veranschaulichen und so greifbarer zu machen.

Handlung

Russell Duritz steht kurz vor seinem neununddreißigsten Geburtstag. Er ist skrupelloser Imageberater, Antreiber, Workoholic, dauer-gereizt, Single und hat keinen Hund. Bis ihm eines Tages sein jüngeres Ich über den Weg läuft, das kurz vor seinem achten Geburtstag steht. Auf den ersten Blick ähneln die beiden sich überhaupt nicht, doch diese Begegnung geschieht nicht ohne Grund. Denn beide haben eine Menge über den anderen zu lernen …

Warum „The Kid“?

Wir leben in einer Zeit, in der das innere Kind nur allzu schnell verdrängt, vergessen oder vernachlässigt wird. Es gilt, erwachsen zu werden, erfolgreich zu sein, vergangene Verletzungen „wegzustecken, wie ein Mann“. Daraus können sich sehr viele Probleme ergeben.

The Kid handelt von genau diesen Problemen und davon, wie sich die persönliche Vergangenheit irgendwann dagegen wehren kann, ignoriert und verdrängt zu werden. Davon, wie in einem sympathischen Setting mit dem inneren Kind wieder Kontakt aufgenommen wird und wie man dadurch zurück zur eigenen Menschlichkeit finden kann.

Aus diesem Grund wird der Film einerseits nach Voglers Methode der Heldenreise (Odyssee des Drehbuchschreibers) analysiert, andererseits nach dem Ansatz des inneren Teams nach Hal und Sidra Stone (Du bist viele)

Handlung

Großbritannien in der Zwischenkriegszeit. Bertie hat einige sehr spezielle Probleme: Er stottert und nach seinem älteren Bruder David ist er der Erbe der britischen Krone. Eine ausgesprochen unangenehme Kombination, denn sein Status zwingt ihn, regelmäßig in der Öffentlichkeit Ansprachen zu halten. Das Stottern macht diese Auftritte zum reinsten Albtraum. „The King’s Speech“ ist ein Film, der sich zentral und vor allem ganz offen um das Coaching dreht. Darum, dass ein Mensch mit Hilfe von außen seine Probleme überwinden kann. Im Fall „Bertie“ geht es noch dazu um einen besonders drastischen Fall, denn anders als viele kann er dem englischen Königshaus nicht einfach kündigen und sich eine Stelle suchen, in der sich keiner um sein Stottern schert.

Er wuchs in einem gleichermaßen sicheren und schädlichen Umfeld auf, ihm mangelte es an nichts und doch an den wesentlichsten Dingen. Nach einer Kindheit voller Mobbing, geprägt durch physische Korrekturen seiner Linkshändigkeit und seiner X-Beine, leidet er unter seiner Vergangenheit, unter einer tiefsitzenden Angst vor seinem Vater und der Krone, und unter seiner Isolation von den normalen Bürgern des Vereinigten Königreichs. Bis er Lionel begegnet, einem gebürtigen Australier, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, traumatisierten Soldaten des Ersten Weltkriegs zu ihrer Stimme zurück zu helfen: „My job was to give them faith in their own voice and let them know that a friend was listening.“

Dank dessen unorthodoxen Methoden kann „Bertie“ sich dem Stottern, aber auch den tieferliegenden Ursachen und Ängsten stellen und geht letztlich als King George VI, als Symbol des britischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg in die Geschichte ein.

Warum „The King’s Speech“?

„The King’s Speech“ beruht auf einer wahren Erfolgsgeschichte von Coaching. Trotz einiger Abweichungen von der Realität behält er den Fokus darauf, wie Bertie beinahe an seinen Dämonen scheitert. Auf das Wechselspiel aus Vertrauen und Misstrauen seinem Coach gegenüber und darauf, wie weit er es mit Lionels Hilfe dann doch schafft.

Der Film schafft es mit einer ausgewogenen Balance aus Humor und Drama, den Zuschauer mit auf eine Reise zu nehmen. Mehr noch, er schafft es, dass der Zuschauer sich auf die eine oder andere Weise in Bertie – oder womöglich auch in Lionel – wiederfinden kann.

Handlung

Der junge Will Parker steht kurz vor der Erfüllung seiner Träume: Morgan Weld, Verteidiger des America’s Cups, hat ihn in sein Team eingeladen, zunächst als Skipper einer Sparring-Yacht. Wenig später holt er seine Freundin Kate Bass als Taktikerin mit ins Boot. Was auf den ersten Blick nach purer Idylle aussieht, ist Morgan ein Dorn im Auge. Kate wird kurzerhand gefeuert und verlässt deswegen auch Will. Will hingegen wird zum Taktiker und stellvertretenden Steuermann unter Morgan befördert.

Trotz harter Arbeit und intensiver Vorbereitung geht dann aber der America’s Cup zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert an den ausländischen Herausforderer verloren – nicht zuletzt wegen kleinen, aber entscheidenden Akten der teaminternen Selbstsabotage.

Einige Zeit später sucht Will Kate auf, die inzwischen gemeinsam mit Joe Heiser in Deadman’s Flat, Nevada an neuartigen Tragflächen für Flugzeuge forscht. Joe fackelt nicht lange herum und weckt in Will die Idee, den Cup zurück zu holen. Gemeinsam machen sich Will, Kate, Joe und Morgans Tochter Abigail sich daran, ein neues Boot namens Geronimo zu bauen, um den begehrtesten Preis des Segelsports zurück zu gewinnen.

Warum „Wind“?

Der ganze Film dreht sich um Teamwork. Dabei kann man in drei verschiedenen Phasen (Zerstörung, Neuanfang und Prüfung) sehr gut beobachten, was funktioniert, was nicht und wie die unterschiedlichsten Charaktere trotz all ihrer Differenzen gut zusammenarbeiten können.

Hinzu kommt, dass man bei „Wind“ mitansehen kann, wie die zentralen Traumata der Hauptfiguren überhaupt zustande kommen. Bei sehr vielen anderen Filmen wird das Trauma der Vorgeschichte zugerechnet und dann im Lauf der Geschichte zwar aufgearbeitet und gelöst, oft aber nur teilweise offen gelegt.

Handlung

Philippe ist unterhalb der dritten und vierten Halswirbel
vollständig gelähmt und leidet an Vereinsamung. Eines Tages taucht bei einem Bewerbungsgespräch um die wieder einmal offene Stelle seines Leibpflegers der Senegalese Driss auf. Driss will eigentlich nur eine Bestätigung, dass er beim Vorstellungsgespräch war, überzeugt jedoch mit seiner menschlichen und herzlichen Art. Aus dem etwas schrägen Arbeitsverhältnis wird eine wahre Freundschaft, in der jeder das Leben des jeweils anderen bereichert.

Warum „Ziemlich beste Freunde“?

Zentrales Element des Films ist, was das Leben lebenswert macht und was es ausmachen kann, eine Chance zu erhalten und ungeachtet möglicher Vorurteile als Mensch behandelt zu werden.

Zum einen ist da Driss, der mit Philippe blödelt, ohne sich von künstlichem oder übertriebenem Mitleid einschränken zu lassen. Zum anderen ist da Philippe, der sich überhaupt nicht darum schert, aus welchen Verhältnissen Driss stammt und wie dessen kriminelle Vorgeschichte lautet. Wie Philippe selbst formuliert hat:

„Genau das ist es, was ich will: Keine Gnade. Kein Mitleid. Er reicht mir oft das Telefon. Weißt du, warum? Weil er es vergisst.“

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